Imame besuchen das Diakonische Werk in Rimbach

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Zum Jahresausklang besuchten Mitglieder des „Christlich-islamischen Dialogs im Kreis Bergstraße" das Diakonische Werk in Rimbach. Diese Informationsfahrt war Teil einer Veranstaltungsreihe für Imame (islamische Religionsgelehrte) und Gemeindevorstände der muslimischen Gemeinden im Kreisgebiet. Anlass für die Informationsreihe war der Wunsch der Imame, die für die Dauer von fünf Jahren vom türkischen Religionsministerium zur Betreuung der hiesigen Gemeinden abgesandt sind, den Kreis Bergstraße mit seiner Geschichte, den sozialen Einrichtungen besonders der kirchlichen Träger und natürlich seine geographischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Die Koordination hat die Ausländerbeauftragte des Kreises Bergstraße, Brigitte Paddenberg, übernommen.

Nachdem im Frühjahr bereits eine Besichtigung des Klosterns Lorsch unter der fachkundigen Führung von Dr. Schefers mit anschließender Teilnahme an einem ökumenischen Abendgebet auf dem Programm stand, folgte eine Fahrt zum Kloster Münsterscharzach mit einem beeindruckenden Austausch mit den Mönchen. Im Sommer erläuterte Dr. Gerd Baltes ausgehend von einer Exkursion in das Fürstenslagers die wechselvolle der Geschichte der Region und die Wechselwirkung von politischer Herrschaft und Konfessionszugehörigkeit.

Beim Besuch der Diakonie in Rimbach standen ganz andere Themen im Zentrum des Austauschs. Ursula Thiels, stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werks Bergstraße, Ulrike Mayr und Monika Krämer Mitarbeiterinnen der Migrationsdienste, erläuterten die vielfältigen Aufgaben, die die evangelische Hilfsorganisation - und analog der katholische Caritas-Verband - im Kreis für verschiedene Gruppen wahrnimmt. Dank der Übersetzungshilfe von Ayla Terzi, Sozialarbeiterin, entspann sich ein lebhafter Austausch über die Systeme der sozialen Versorgung in der Türkei und in Deutschland. Viele soziale Hilfen werden in der Türkei vom Staat vorgehalten; erst langsam entwickelt sich ein System von Stiftungen, die, oft mit staatlicher Unterstützung, Wohlfahrtsprogramme organisieren. Die Imame Ali Cepi (Mevlana Moschee Bensheim), Mehmet Ayin (Fatih Moschee Fürth) und Sefer Yaman (Eyüp Sultan Moschee Viernheim) zeigten sich beeindruckt von den vielseitigen, sehr direkten Hilfsangeboten, wie der Möbelwerkstatt mit dem angeschlossenen Verkaufsraum oder der Tafel für einkommensschwache Menschen. Parallelen sah Recep Güzel, Vorsitzender der Eyüp Sultan Moschee besonders in der Verpflichtung zur Unterstützung von Armen, die für jeden Moslem eine zentrale religiöse Verpflichtung darstellt.

Nicht außen vor blieb in dem Austausch die neo-nazistische Mordserie der Zwickauer Zelle. Pfarrer i.R. Dirk Römer und die Synodale Christel Fuchs wiesen auf die Erklärung der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hin, die von den beiden Dekanaten im Kreis bekräftigt wurde. Einig waren sich die Anwesenden in ihrem Dialog nicht nachzulassen und hierüber einen Beitrag zu einem respektvollen Zusammenleben zu leisten. In diesem Sinn wird die Erklärung in den Moscheen vorgetragen werden.