Preisgünstig und abwechslungsreich: der Edersee
Donnerstag, den 18. August 2011 um 00:12 Uhr
Deutschland ist für ein Drittel aller Bundesbürger das liebste Urlaubsziel. Wer - wie wir - den Jahresurlaub mit drei Erwachsenen, zwei Kindern und zwei großen Hunden planen muß, kommt schnell an die Grenzen bei der Suche nach einer Ferienwohnung. Auch ein See zum Schwimmen wäre nicht schlecht. Bayern hat an jeder Ecke einen See, aber an denselben stehen auch an jeder Ecke Schilder, daß das Zu-Wasser-Lassen von Hunden bei Strafe verboten ist... In Nordhessen wurden wir letztes Jahr fündig, und auch 2011 führten uns schon einige Kurzurlaube wieder dorthin: an den Edersee.
In Waldeck konnten wir so endlich mal in der Schloßallee wohnen (eigentlich Schloßstraße, aber Monopolispieler werden es verstehen....), zum See hinunterlaufen und mit der Seilbahn wieder hochfahren, das Schloß mit seinem Hexenspund und anderen Relikten aus der langjährigen Zeit als Gefängnis besichtigen, Dampfer fahren, auf dem Urwaldsteig wandern, Sommerrodelbahn und Maislabyrinth besuchen, den Kletterwald erkunden (Achtung sehr streng: bei Kindern bis 13 J. muß ein Erziehungsberechtigter mitklettern, danach muß er unterschreiben, erwachsene Verwandte gelten nicht!), Draisinenbahn, Standseilbahn zum Wasserreservoir auf dem Peterskopf, wo EON Strom aus Wasserkraft erzeugt, der weitläufige Wildtierpark (Sonntag morgens um 8 Uhr wird man durch Wolfsheulen aus dem Bett geholt), den 2010 neueröffneten TreeTop Walk (Baumwipfelpfad), ein Fledermauslehrpfad - und das fantastische Nationalparkzentrum Kellerwald besuchen.
Buchonia - der alte Name für Hessen, hergeleitet von den allgegenwärtigen Buchen, ist hier noch lebendig. Vom naturbelassenen Urwald bis zum Hackwaldbau und einem Hutewald (in dem Schweine weiden) gibt es im Nationalpark und der angrenzenden Region alle Formen des Waldes. Der Name Kellerwald rührt von „Köhlerwald“, was schon auf die einstige Bergbautätigkeit hinweist, denn Köhler wurden in direkter Nähe zum Erzverhütten benötigt. So findet sich hier auch das Schneewittchenmuseum in Bergfreiheit. In diesem Ort mit dem berühmten Besucherbergwerk lebten der Geschichte nach am Ende des 30jährigen Krieges nur noch 14 Bergarbeiter und eine Frau lebten. Was genau zwei Schichten Bergarbeiter (Zwerge) und ihre Magd (Schneewittchen?!) ergibt. In Bergfreiheit gibt es außerdem etliche Edelsteinschleifereien, die besichtigt werden können. Auch der Braunkohleabbau in Borken, heute begehbares Museum, liegt in der Nähe. Der Edersee ist ein künstlich angelegter Stausee, der vor allem die Schwerindustrie im Ruhrgebiet zuverlässig mit Strom versorgen sollte. Im zweiten Weltkrieg wurde die Staumauer daher auch zum wichtigen Ziel für britische Lancaster-Bomber, die in der Operation Chastise am 17. Mai 1943 mit neuentwickelten Rollbomben die als bombensicher geltende Mauer zerschlugen. Details können im Staumauermuseum besichtigt werden, auch für Erklärungen nimmt man sich dort viel Zeit. Wem das zu martialisch ist, der kann einen Blick in das Buchenblatt werfen, dei Zeitschrift des Nationalparks, oder das inzwischen eröffnete Fagutop (Fagus = lat. Buche) besichtigen. Hier wurde das Thema Wald sehr anschaulich und unterhaltsam für große und kleine Baumfreunde aufbereitet, es gibt - wie im Nationalparkzentrum am anderen Ende des Sees - viele Apparaturen, an denen man selbst alles Mögliche erforschen und probieren kann.
Und wenn die Kinder dann mal nicht brav waren: es gibt mehrere Broschüren mit Tipps für Museen, Kabinette, Burgen, Schlösser des NVV (Nordhess. Verkehrsverbund), alles zu beziehen über www.edersee.com.
Dort findet man auch Ferienwohnungen (empfehlenswert: www.urlaub-anbieter.com/jochen-herzog.htm), Campingplätze, Urlaub-auf-dem-Bauernhof und Gasthäuser der Region.
Weitere interessante Websites:
www.nationalpark-kellerwald-edersee.de,
www.urwaldsteig-edersee.de,
www.kletterpark-edersee.de,
www.geopark-waldeck-frankenberg.de,
www.waldecker-land.de,
www.baumkronenweg,de,
www.nvv.de,
www.eder-draisine.de,
www.ausstellung-edersee.de,
www.hutewald-basdorf.de,
www.bergfreiheit.de.
Und das war noch lange nicht alles, was man in der Region unternehmen kann.
Wir fahren wieder hin, in zweieinhalb Stunden ist man dort. (M. Hiller)