Geopark-Infozentrum: ganz neuer Aspekt aufgetaucht

Der Durchblick-Aprilscherz 2004

Nachdem sich die Gemeinde Lautertal als etwas unsicherer Partner erwies, was Standort und Realisierung des Infozentrums am Felsenmeer betrifft, konnte der Naturpark Bergstraße Odenwald aufgrund eines äußerst glücklichen Zufalls eine andere aktuelle Entwicklung im Lautertal für sich nutzen. Seit Januar 2003 nämlich laufen zwischen der Gemeinde Lautertal und der kanadischen Investorengruppe First, April & Joke Verhandlungen über ein Wellness-Zentrum in Schannenbach. Bereits im Oktober ging man einen Vertrag ein, der zunächst den Ausbau der K 56 vorsah. Diese Arbeiten wurden m Februar 2004 in Angriff genommen, weshalb Autofahrer zwischen Gadernheim und Kolmbach zur Zeit des öfteren Wartezeiten an der Baustellenampel im Kauf nehmen müssen.

n einem informellen Gespräch klärten Bürgermeister Kaltwasser, Naturpark-Vorsitzender Reinhard Diehl und Frau Dr. Jutta Weber - ebenfalls vom Naturpark - die grundlegenden Fragen. Obwohl noch zahlreiche Punkte erörtert werden müssen, zeigte dieses Gespräch doch, daß ein Umschwenken vom Felsenmeer nach Schannenbach prinzipiell für alle Beteiligten vertretbar ist, und das Naturpark-Team ergriff die Chance auf eine sicherere Alternative.
"Da wir in den vergangenen zwei Jahren bereits sehr viel Energie und Aufwand in das Projekt Infozentrum Felsenmeer gesteckt und uns dadurch im Gesamtrahmen des Geopark-Gebietes auf das Lautertal festgelegt haben, schien uns Schannenbach die geeignete Lösung. Alles deutet darauf hin, daß sich eine Realisierung des Infozentrums hier reibungsloser erarbeiten läßt," so Frau Dr. Weber vom Naturpark. Zumal es zum Standort am Felsenmeer bereits eifersüchtige Reaktionen aus anderen Ortsteilen gegeben hatte, wohingegen die Schannenbacher dieser Entwicklung sachlich und souverän gegenüberstanden, scheint diese neue Lösung die bessere zu sein. Neben dem Ausbau der Zufahrt zum geplanten Wellnesszentrum in Schannenbach legt die Investorengruppe First, April & Joke allerdings auch großen Wert auf die Wieder- nstandsetzung des Schannenbacher Hochmoores. "Zu einem gesunden Menschen an Körper, Geist und Seele gehört ein Stück intakte Natur. Wir haben uns bewußt für das Odenwalddorf Schannenbach entschieden, weil es dort das Hochmoor gibt. Jedoch sehen wir erheblichen Handlungsbedarf, bis diese Naturfläche den Vorstellungen erho- ungsbedürftiger Wellnessfreunde - die unsere Investorengruppe sich zu eigen gemacht hat - entspricht. Es sollte aber kein Problem sein, die Fläche bis zur Fertigstellung unse- rer Wellness-Anlagen in einen akzeptablen Zustand zu versetzen," so Dr. H. H. Witzmann, der zuständige Projektleiter von First, April & Joke für Deutschland. Nachdem der Vertreter der Investorengruppe in einem Gespräch mit den Aktionsträgern vor Ort, also NABU, Vogelschützer, Naturpark und der Landesgeologischen Dienststelle Wiesbaden erwähnte, daß es bei der kanadischen Gruppe einen speziellen Fonds für die Instandsetzung von Naturschönheiten gibt, aus dem auch für das Schannenbacher Projekt Mittel flüssiggemacht werden könnten, wurde die Instandsetzung des Hochmoores im Schannenbacher Ortsbeirat auf Platz 1 der Tagesordnung gestellt. Ein erstes Gutachten vom Februar 2004 zeigt gute Chancen auf, das Hochmoor innerhalb von zwei Jahren wiederherzustellen. (aa)