Homöopathische Hausapotheke: im Florian Gesundheitszentrum
Freitag, den 02. Oktober 2009 um 22:32 Uhr
Eigene Herstellung und individuelle Beratung
Handverschüttelte, individuell abgestimmte Homöopathie-Mittel werden jetzt im Florian Gesundheitszentrum in Gadernheim hergestellt. Apotheker und Heilpraktiker Reinhold Unger und seine Mitarbeiterin Stephanie Roth haben sich auf Naturheilkunde spezialisiert.
Nach einer individueller Beratung können die ermittelten Globuli in genau abgestimmter Potenzierung selbst hergestellt werden. Der Vorteil ist, daß hier auch kleine Mengen von 1,4 g neben den handelsüblichen 10 bzw. 20 g hergestellt werden können.
So läßt sich eine homöopathische Hausapotkeke ganz individuell den Bedürfnissen entsprechend zusammenstellen: mit 20, 12 oder nur 5 Präparaten zu je 1,4 g. Dazu gehört selbstverständlich eine Liste der Indikationsgebiete und weitere saisonale Tipps.
Der Vorteil der Homöopathie gegenüber schulmedizinischen Arzneien ist das Fehlen von Nebenwirkungen. Auch Kleinkinder und Säuglinge können sie ohne Probleme vertragen, und sie sind wesentlich preiswerter. Wer nun der Homöopathie aufgrund fehlender Nebenwirkungen jede Wirksamkeit abspricht, sollte zunächst überlegen, warum sie dann bei Tieren hervorragend anspricht. Ein Tier kann sich schließlich nicht selbst belügen, der Placebo-Effekt funktioniert hier nicht, ebensowenig wie bei Säuglingen.
Wirkung ohne Nebenwirkung - gibt es das?
Die Homöopathie erfreut sich in der heutigen Zeit immer größerer Beliebtheit. Sie ist ein Therapiesystem, das bereits über 200 Jahre alt ist, seriöse Ärzte haben damit schon spektakuläre Heilerfolge erzielt. Entwickelt wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann.
Die Herstellung der Präparate erfolgt mittels Potenzierung einer Arzneisubstanz, das bedeutet eigentlich Verdünnung. Nach einem genau festgelegten Schlüssel, meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100 wird der Wirkstoff flüssig mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder in fester Form mit Milchzucker verrieben. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, so daß der Wirkstoff oft so stark verdünnt wird, dass er nicht mehr nachweisbar ist. So sollen die unerwünschten Nebenwirkungen der Substanz minimiert werden, die erwünschten Wirkungen bleiben jedoch erhalten und können sogar noch verstärkt werden. Verschiedene Potenzierungen haben sogar unterschiedliche Wirkungen.
Wie das funktioniert, ist noch nicht endgültig erforscht, aber daß es funktioniert, ist erwiesen. Doch das ist in der Medizingeschichte ein häufiger Effekt: eine Behandlung führt zur Heilung, ohne daß Arzt oder Patient weiß warum. Erst später wird dann die Wirkungsweise entdeckt und die Methode bestätigt.
Im Florian Gesundheitszentrum werden nach der Beratung die Wirkstoffe festgelegt und frisch zusammengestellt. Dazu gibt es alle homöopathischen Mittel in verschiedenen Potenzierungen, meist in Alkohol gelöst. Nach einem exakten Rezept werden nun die noch neutralen Globuli - das sind Kügelchen aus Milchzucker - genau abgewogen und mit einer bestimmten Tropfenzahl der Potenzierung beträufelt. Danach wird alles handverschüttelt - ebenfalls nach genauen Vorgaben. Der Alkohol ist schnell verdunstet, und die Potenzierung ist auf die Globuli übergegangen. Nun können diese ganz leicht eingenommen werden.
Es gibt Standardmittel und speziell abgestimmte Rezepturen. Eines der Standardmittel ist Arnica Montana, auch Bergwohlverleih genannt. Der Name sagt es schon: die Pflanze verhilft - richtig angewendet - zu Wohlgefühl. Angewandt wird das Mittel bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und auch bei Gliederschmerzen durch Grippe. Ein anderes ist die Luffa operculata, die gegen Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie oder Nebenhöhlenentzündung hilft. Auch das allseits bekannte und beliebte Gänseblümchen heilt: blaue Flecken und Zerschlagenheitsgefühl verschwinden.
Dann gibt es natürlich eine große Zahl individuell komponierter Mittel. Hier ist eine Beratung durch homöopathisch ausgebildete Fachleute wie Reinhold Unger und sein Team immer sinnvoller als eine reine Internetrecherche, an deren Ende oft ein industriegefertigtes “Allerweltsmittel” als Behandlungsangebot steht. (M. Hiller)