Warum es an Fastnacht Kreppel gibt...

Berliner, Krapfen, Donuts (USA), Smoutebollen (Belgien und Holland), Fasnachtskiechli (Schweiz), Bomboloni (Italien) - viele Namen drehen sich um ein gehaltvolles Gebäck: die Kreppel halt.
Als Globuli (Kügelchen) kannten sie schon die alten Römer, mit Honig bestrichen und mit Mohn bestreut. Homöopathisch waren diese Globuli im 2. Jh. v. Chr. aber nicht.
Craphun gab es um 1200 in Klöstern, ein in Fett gesottenes Festtagsgebäck vor der Fastenzeit. Besonders der italienische Name Bomboloni umschreibt sehr bildhaft, wie Kreppel wirken: sie schmecken herrlich, man genießt sie, schleckt dann noch den Zucker von den Fingern... und greift gleich nach dem nächsten. Zum Aufhören verführen sie nämlich nicht, die Kreppel. Was sich einige Zeit später rächt, wenn uns der Magen bleischwer in die Knie zwingt.
Am Donnerstag vor Beginn der Fastenzeit wurde früher oft zum letzten Mal geschlachtet (daher auch „Fetter Donnerstag") und zum Schluß gab es dann die fettgebackenen Kreppel. Man schlug sich noch einmal so richtig den Bauch voll, bevor die Fastenzeit und danach die Saison mit vielen frischen Lebensmitteln begann. Die Vorräte konnten also ruhig leer werden. (M. Hiller)