Weiches Wasser, harte Unfälle, schwarze Bauten, schnelles Internet
Dienstag, den 29. Juni 2010 um 21:51 Uhr
Aktuelles aus der Gemeinde Lautertal:
Durch alle Fraktionen zog sich die Verärgerung über die Verfahrensweise des Hofgutes Hohenstein, was die Erweiterung der Parkplatzflächen betrifft. Alle fühlten sich belogen, denn bei einem Ortstermin wurde den Gemeindevertretern zu einem Raum für 300 Personen, der im Internet bereits seit 2009 gebucht werden kann, der Zugang verweigert unter dem Vorwand, daß der Raum eine Baustelle sei. Im Internet kann man die Baustelle mit Kronleuchtern als Baulampen besichtigen. So kommt auch die beschwichtigende Äußerung an die Anwohner der Hohensteiner Straße (Anwohner berichten von bis zu acht Bussen täglich sowie von Hochzeitsfeiern an fast jedem Wochenende mit lautem Hupen bis in die Morgenstunden) zustande: „es wird durch die Parkplatzerweiterung nicht mehr Verkehr entstehen" - klar, denn die bislang nicht genehmigten 600 Plätze werden ja heute schon eifrig belegt. Immerhin wird der Änderungsantrag des Bebauungsplanes nun auf Antrag der GLL für einen ganzen Monat, zum Teil außerhalb der Sommerferien, offengelegt.
Daß es auf den Straßen des Lautertales gesittet zugeht, zeigt die Unfallstatistik der Polizeidienststelle Bensheim für den Zeitraum Januar 2009 bis 11. Juni 2010: 9 Schwerverletzte und 21 Leichtverletzte, jedoch keine Toten sind zu beklagen. 23 mal hat es gekracht, davon zwei Unfälle unter Alkoholeinfluß.
Der Umgang mit Trinkwasser hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert: der Pro-Kopf-Verbrauch ging von ca. 115 Litern pro Tag und Einwohner im Jahr 1990 zurück auf ca 90 Liter im Jahr 2009. Seit dem Jahr 1995 zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Mit 6,4 bis 8,2º dH haben die meisten Lautertaler Ortsteile weiches Wasser. In Raidelbach liegt die Härte mit 10,6º dH im mittleren Bereich, und nur in Elmshausen ist das Wasser mit 14,3º dH als hart zu bezeichnen. Die Nitratbelastung der Quellen liegt zwischen 12 und 28 mg/l, sie wird für jede Quelle quartalsweise gemessen. Einige besonders hoch belastete Quellen am Hohenstein, in Lautern und in Schannenbach sind derzeit vom Netz abgehängt.
Nicht vom Netz abgehängt, sondern vielmehr in voller Fahrt auf die Datenautobahn soll es fürs Lautertal gehen: in der Wirtschaftsregion Bergstraße soll Lautertal Pilotprojekt für Breitbandversorgung werden. Nach der kreisweiten Bestandsanalyse der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH im Frühjahr 2009 konnte folgender Bedarf ermittelt werden: in sechs der zwölf befragten Ortsteile besteht sowohl bei Betrieben als auch bei Haushalten Bedarf. Die Versorgungslage ist sehr unterschiedlich. Das Pilotprojekt Breitband wird in Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden Lautertal und Bensheim, der GGEWnet GmbH, dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen Bensheim, der Hessen Agentur GmbH, dem Hess. Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen und dem Hess. Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung erarbeitet. Da die B 47 ab Sommer 2010 saniert wird, sollen sowohl Leerrohre verlegt werden als auch bereits eine Glasfasertrasse eingezogen werden. Damit will man einen flächendeckenden und zukunftssicheren Ausbau der Breitbandinfrastruktur mit kabelgebundenen Netzen erreichen. Durch das Pilotprojekt kann für die beteiligten Kommunen eine deutliche Kostenoptimierung erreicht werden. Wie Bürgermeister Kaltwasser bei der Gemeindevertretersitzung im Juni mitteilte, fehle nur noch die Unterschrift auf dem Förderantrag. Wichtig sei auch, daß für Beedenkirchen eine Lösung gefunden werde.
Der Jugendrat der Gemeinde Lautertal wird künftig für drei anstatt zwei Jahre im Amt bleiben. Die Kindergartengebühren werden ab November 2010 angehoben, die Stimmzettel für die Kommunalwahl 2011 werden auch künftig keine Angaben zu Beruf, Geburtsdatum, Schuhgröße und Lieblingsfarbe der Kandidaten enthalten. Als neuer Ortsgerichtsschöffe und Nachfolger von Karlheinz Grüner wurde Herr Ernst Lech gewählt. (mh)