Geplanter Steinbruch Herchenrode: GRÜNE Modautal fordern: Betreiber sollen Vorhaben einstellen
Freitag, den 15. Juli 2011 um 23:12 Uhr
(Modautal, 11.07.2011) Die GRÜNEN in Modautal sind maßlos enttäuscht von der Präsentation sowohl der möglichen Betreiber des Steinbruchs in Herchenrode als auch von der Fachabteilung des für die Genehmigung des Hauptbetriebsplans zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt auf der Infoveranstaltung am 6.Juli in Ernsthofen. „Unsere Zweifel am Geschäftsgebaren und der tatsächlichen Pläne der möglichen Betreiber sind eher verstärkt als ausgeräumt worden“ betont Heinz Gengenbach, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in der Gemeindevertretung Modautal.
In der Festhalle wurde deutlich, dass die Pläne der Wiederinbetriebnahme des seit mehr als 20 Jahren stillgelegten Steinbruches im Jahre 2006 mit einer ungenehmigten d.h. illegalen Rodung und Modellierung des Geländes begonnen haben. Seither reiht sich eine Pleite und Panne an die andere, was den Umgang mit den Eigentümern (Stichwort: Pachtverträge) und mit den politischen Gremien betrifft. Die Aussage von Herrn Peter Heina, bei Inbetriebnahme ca. 150 to des wertvollen Herchenröder Granits als Werkstein für z.B. Küchen- oder Messtischplatten monatlich gewinnen zu wollen, deckt nur einen Bruchteil der beantragten und genehmigten Menge von 30.000 to Gestein jährlich ab. Die Antwort, welche Mengen und für welches Endprodukt über die Steinbrechanlage laufen soll, blieben die jetzigen Pächter, Herr Höfling und Herr Douw, an diesem Abend ebenso schuldig wie der Nachweis wie die Anlage mit dem genehmigten Volumen überhaupt wirtschaftlich betrieben werden könne.
Das Regierungspräsidium machte nach Ansicht der GRÜNEN in Modautal ebenfalls keine gute Figur. Eindrücklich wurde auf den Regionalplan Südhessen verwiesen, in dem der Steinbruch Herchenrode als Gebiet für Rohstoffgewinnung ausgewiesen ist. Dem „Rohstoff“ Feldspat sei es zu verdanken, dass in Herchenrode das Bundesbergrecht angewendet werden müsse, unabhängig ob wie dieser nach Genehmigung verwertet wird. Das RP hob hervor, dass die Gemeindevertretung in ihrer Stellungnahme bei der Offenlegung des Entwurfs nicht ausdrücklich einen Antrag auf Entfernung dieser Ausweisung gestellt hat, sondern nur statt eines „Vorrangebietes“ auf einen „Bestand in Planung“ hingewiesen hat.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Susanne Hoffmann-Majer stellte auf dem Infoabend klar, dass endlich Schluss sein müsse mit der weiteren finanziellen Belastung, was die Gemeinde Modautal in puncto Steinbruch betrifft: „ Wir sind eine relativ finanzschwache Gemeinde, die jeden verfügbaren Cent in den Ausbau der Infrastruktur und des Naherholungsgebietes stecken muss. Mit dem geplanten Steinbruch Herchenrode werden die wirtschaftlichen Interessen eines nicht vertrauenswürdigen Pächterduos über die Interessen der Bevölkerung und damit der Gemeinde gestellt.“
Die GRÜNEN in Modautal fordern deshalb die Antragsteller auf, ihr Engagement zur Inbetriebnahme des Steinbruchs Herchenrode unverzüglich einzustellen. „ Es wird auf der momentanen Grundlage des Informationsstandes keine Zustimmung der Bevölkerung geben können“ fasst die GRÜNE Gemeindevertreterin Barbara Walter die momentane Stimmung zusammen.