Keiner fällt durchs Netz - Präventionsprojekt für junge Familien

In der Phase der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes beginnt für junge Familien eine völlig neue Lebenssituation, geprägt von vielen Fragen, Verunsicherungen und Herausforderungen gegenüber dem gemeinsamen neuen Lebensabschnitt und der kindlichen Entwicklung.

Wenn junge Familien / Alleinerziehende dann noch durch Arbeitslosigkeit, Überschuldung, fehlende familiäre Unterstützung, chronische Erkrankungen oder eine Schwangerschaft im Teenageralter besonders belastet sind, benötigen sie häufig eine zusätzliche Unterstützung, um ihre neue Lebenssituation zu bewältigen.

Im Herbst 2007 startete das Präventionsprojekt „Keiner fällt durchs Netz“ als Projektpartnerschaft des Kreises Bergstraße, dem  Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg und der „hessenstiftung-familie hat zukunft“. Um den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, unterstützen und begleiten speziell qualifizierte Hebammen diese belasteten jungen Familien von der Schwangerschaft bis zum ersten Lebensjahr des Kindes (in Einzelfällen auch länger). 

Die Fachkräfte gehen in die Familien und leisten im vertrauten häuslichen Umfeld neben der originären Hebammenarbeit -wie beispielsweise Vorsorge und Wochenbettbetreuung- auch praktische Lebenshilfe und Motivation zur Selbsthilfe. Sie stärken elterliche Kompetenzen und fördern die Eltern- Kind Beziehung. Mehr als 90 Anmeldungen von Familien und fast 1000 Hausbesuche durch vier Familienhebammen sind die stolze Bilanz des Projekts. Aktuell werden kreisweit über 20 junge Familien durch die Familienhebammen betreut.

„Wir erkennen eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit dem Hilfsangebot: Die meisten Familien nehmen eine Betreuung über das gesamte erste Lebensjahr des Kindes durch eine Familienhebamme wahr – hier konnten wir  gemeinsam mit unseren Projektpartnern ein gutes Angebot insbesondere für höher belastete junge Familien schaffen“, so Landrat Matthias Wilkes.

Die Teilnahme am Projekt ist für die Familien kostenfrei. Als Anlaufstelle für die Familien und für alle Einrichtungen im Kreis Bergstraße hat die Kreisverwaltung eine Koordinierungsstelle geschaffen. Ein inzwischen aufgebautes, gut funktionierendes Netzwerk bestehend aus Kliniken, Ärzten, Beratungsstellen, freiberuflichen Hebammen, Ämtern, weiteren Institutionen und Berufsgruppen  trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser „frühen Hilfen“  bei.

Wegen der großen Akzeptanz und der guten Effekte dieses niederschwelligen Angebots ist vorgesehen, das Projekt auszuweiten. Neben dem bewährten Einsatz der Familienhebammen ist, je nach Bedarfslage der Familie, auch der Einsatz von speziell geschulten Kinderkrankenpflegerinnen vorgesehen. 

Insbesondere für die Odenwaldregion des Kreises wird noch Fachpersonal gesucht. Familienhebammen, Hebammen oder Kinderkrankenpflegerinnen, die das Projekt mitgestalten möchten, können sich bei Interesse an einer Mitarbeit an die Koordinatorin Tanja Leonhardt wenden (Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel. 06252- 155887).

Auch interessierte Familien  erhalten hier vertraulich nähere Informationen zum Projekt und den verschiedenen Hilfsangeboten im Kreis Bergstraße. Kreis Bergstraße (kb.)