Quo vadis Kliniklandschaft Bergstraße?

Kreis startet Konzeptwettbewerb - Ergebnisse sollen bis Ende Juni präsentiert werden - Ziel ist eine Verbund- oder Partnerlösung für das Kreiskrankenhaus

Der Kreis Bergstraße hat, wie Erster Kreisbeigeordneter und Krankenhausdezernent Thomas Metz heute erklärt, wenige Tage nach Beginn des neuen Jahres den angekündigten Startschuss zu einem Konzeptwettbewerb gegeben, der die Kliniklandschaft in der Region tiefgreifend verändern könnte. „Unser Ziel ist, die hervorragende medizinische Versorgung der Menschen in unserem Landkreis und angrenzenden Gebieten dauerhaft zu sichern. Gleichzeitig gilt es, das Kreiskrankenhaus in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, Arbeitnehmerinteressen dabei angemessen zu berücksichtigen und den kommunalen Einfluss zu erhalten“, so Metz. Damit werden schon seit längerem öffentlich diskutierte Überlegungen konkret. „Auch im Interesse von Patienten und Mitarbeitern haben wir uns eine ehrgeizige Zeitschiene gesetzt“, erklärt der Dezernent.

Der Kreis strebt eine Verbund- oder Partnerlösung an. Bis zum 1. März können sich am Konzeptwettbewerb interessierte Klinikträger bei einer im Auftrag des Kreises tätigen Anwaltskanzlei melden. Ende Juni sollen Ergebnisse des Wettbewerbs präsentiert werden. „Nach unseren Vorstellungen könnte die Region im Gesamten profitieren, wenn die Gesundheitsversorgung nicht mehr von einem unnötig Kosten treibenden Wettbewerb sondern von einem strukturierten Miteinander begleitet wird“, so Metz.

Im Verbund mit einer oder mehreren Kliniken oder auch als Partner soll das Kreiskrankenhaus am Ende des Prozesses strategisch so ausgerichtet sein, dass dessen erfolgreiche Entwicklung in Heppenheim dauerhaft gesichert ist. Gleiches könnte für andere Häuser im Kreisgebiet gelten. Schon Ende Oktober hatte Metz Eckpfeiler einer tragfähigen Lösung benannt. Der Krankenhausdezernent strebt ein gemeinsames Rechtsdach, eine gemeinsame Kasse und abgestimmte medizinische Angebote der beteiligten Kliniken an. Zugleich betont er: „Die Verbundlösung ist nicht der einzige Weg. Sie steht im Wettbewerb mit anderen Optionen.“ Gefragt sind nun zielführende Konzepte. „Die Zeit der allgemeinen Absichtserklärungen und taktischen Diskussionen ist vorbei“, betont der Dezernent. Metz möchte medizinisch nicht notwendige und unwirtschaftliche Doppelstrukturen, wie sie zunehmend in der Region aufgebaut worden sind, abschaffen. „Hier entstehen nur Kosten, ohne dass die Menschen im Kreis Bergstraße einen Nutzen von solchen Mehrfachangeboten haben. Die Spezialisierung der einzelnen Häuser in einem Verbund birgt die Chance effizientere und effektivere Strukturen zu gestalten. Die flächendeckende sowie hochwertige Versorgung der Bevölkerung wird so sichergestellt“, so der Krankenhausdezernent.

Erste Sondierungsgespräche im Rahmen der Markterkundung mit dem Katholischen Klinikverbund Südhessen, Träger des Heilig-Geist-Hospitals Bensheim, des Marienkrankenhauses Lampertheim und inzwischen auch des Luisenkrankenhauses Lindenfels, waren im vergangenen Jahr ergebnislos geblieben. Infolge hatten sich die für den Kreis Bergstraße politisch Verantwortlichen auf den nun gestarteten Konzeptwettbewerb verständigt. Im Dezember stimmte der Kreistag dem Vorschlag zu. In Übereinstimmung mit der Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses sieht der Kreis verschiedene Optionen, auch eine Lösung mit dem Katholischen Klinikverbund ist für Metz nach wie vor möglich. Allerdings betont er: „Bei einer Verbundlösung darf kein kirchlicher Tendenzbetrieb entstehen und müssen sich die Partner auf Augenhöhe begegnen.“