Genusswanderung rund um Lindenfels
Montag, den 17. Oktober 2011 um 22:58 Uhr
Fast immer wie Lindenfelser Burg im Blick hat man bei einer genussvollen Wanderung rund um die Perle des Odenwaldes. Leider ist die mit der Nummer Sechs ausgezeichnete Tour auf älteren Karten nicht eingezeichnet, aber dank der guten Markierung leicht zu finden. Für den Autofahrer ist der beste Einstieg am Parkplatz „Sauwaad", wo man schon den ersten Blick auf Lindenfels werfen kann. Richtung Litzelröder überquert man die B47 und folgt den Spuren vergangener Steinbearbeitung zum Grillplatz im „Buch" bis zur Bismarkwarte aus dem Jahre 1907mit seiner herrlichen Aussicht auf den hinteren Odenwald mit Reichelsheim im Vordergrund oder das Weschnitztal. Gleich neben dem Turm kann man eine geologische Besonderheit, Aufschlusse von seltenem variszischem Schiefer entdecken.
Entlang der Bebauung auf der Litzelröder Höhe führt der Weg vorbei an Felsgruppen um den Schenkenberg herum bis zur Schutzhütte „Ludwigshöhe", wo man erneut die Burgruine und den alten Stadkern Lindenfels überblicken kann. Weitere Felsgruppen wurden zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen in den Kriegen seit 1870 umgestaltet.
Verschlungene Pfade verlocken immer wieder von der eigentlichen Route abzuweichen, um z.B. an der „Sauerstoff-Tankstelle Morgenstern" auf einer schon etwas maroden Bank tief durchzuatmen. Eine weitere Gelegenheit zum Ausruhen bietet des Die OWK-Schutzhütte „Drei-Heiner-Rast". Vorbei am nach Professor Weißmann aus Heidelberg (1880-1920) benannten „Weißmann-Felsen" wendet man sich wieder Lindenfels zu. Dabei passiert man den „Senßfelder-Platz und die „Heimburg-Hütte", die an Forstmeister Heimburg als Erbauer der Rundwege im Schenkenberg und als Vorsitzenden des OWK von 1901 bis 1907 erinnert. Vorbei an dem verlockenden Biergarten eines bekannten Lokals am Rande Lindenfels kommt man zur Schutzhütte „Altes Köpfchen" mit weiteren interessanten Felsenburgen und natürlich wieder einem Blick auf die Burg. Deren Fuß erreicht man auf dem Weiterweg durch die Burgstraße, wo man am Löwenbrunnen abbiegt und durch das „Innere" und „Äußere Fürther Tor" die Altstadt Richtung Schlierbach verlässt. Unterhalb der Burg verläuft der Weg vorbei an der ehemaligen Bücherstube, Weinklause und sogar Hotel, dem ehemaligen „Haus Luginsland". Viele Lindenfelser Gäste genossen früher bei Kaffee und Kuchen vom Balkon aus die herrliche Landschaft oder ein schönes Buch bei einem Gläschen Wein. Die nächste Unterstandsmöglichkeit bei Regenwetter bietet der „Jugendzeltplatz Matterloch", bevor man Schlierbach erreicht. Dort gibt es die verschiedensten kulinarischen Angebote, die sich nicht nur auf
Kochkäse beschränken. Unbedingt ansehen sollte man sich den Friedhof mit seinen berühmten „Stickel-Gräbern", einer Besonderheit in dieser Region. Auf dem alten Gerichtsweg geht es talaufwärts nach Winkel und von dort zurück zum Ausgangspunkt „Sauwaad". Dieser nicht nur vom Höhenprofil sehr abwechslungsreiche „zertifizierte Qualitätswanderweg" ist knapp 12 Kilometer lang und kann in drei bis vier Stunden erwandert werden, je nachdem wie viele Fotopausen man sich gönnt oder ob man alle Informationstafeln zur Geologie, Natur oder Geschichte liest. Der höchste Punkt der Tour ist mit 460 Metern die Bismarkwarte und den niedrigsten Punkt hat man in Schlierbach erreicht. Die Wege sind so gut ausgebaut, dass man sie bei ziemlich allen Wetterlagen begehen kann. Ein Teil der Strecke führt am Nibelungensteig entlang. koe/Fotos: koe