APEG
Mittwoch, den 24. März 2010 um 23:32 Uhr
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Verdient um europäischen Gedanken gemacht
Bereits 1972 tauchte mit der Bildung der Großgemeinde Lautertal der Gedanke an eine internationale Partnerschaft in der Odenwaldgemeinde auf. Auf privater Basis wurde dieser Gedanke weiter entwickelt, so dass bei dem ersten Besuch von Delegationen aus Radlett/England (Oktober 1978) und Jarnac/Frankreich (Mai 1979) in Lautertal bereits engagierte Bürger diese Besuche organisierten. In den Gemeinden in England und Frankreiche sahen sich Lautertaler im Juni und September des selben Jahres um. Die gewonnenen Eindrücke wurden in einer Bürgerversammlung der Lautertaler Öffentlichkeit vermittelt und führten zu einem Organisationskomitee, dem Vorläufer von APEG.
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APEG Arbeitskreis Partnerschaft Europäischer Gemeinde |
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Ziel Gegründet Partnerschaften |
Diese Gruppe stellte im Mai 1980 ein beachtliches Programm für eine „Englische Woche“ in Lautertal auf die Beine mit „echtem“ Bobby und englischem Taxi-Oldtimer auf Lautertals Straßen. Aus rechtlichen Gründen kam es dann am 25. Juni 1980 zur Gründung von APEG als Verein. Im Parish of Aldenham (Radlett) erfolgte am 25. 10. 1980 die erste Unterzeichnung einer Verschwisterungsurkunde. Dazu hatte die Choral Society extra ein Lied in Odenwälder Mundart einstudiert. Als ein ganz besonders Ereignis ist vielen noch die Gegenzeichnung der Verschwisterungsurkunden in Lautertal in Erinnerung. Auf dem für den Verkehr komplett gesperrten Marktplatz erfolgte am 2. Mai 1981 die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Lautertal und dem Parish of Aldenham unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.
Bereits im August dieses Jahres organisierten die APEG-Aktiven noch eine „Französische Woche“, um die Verschwisterung mit Jarnac vorzubereiten. Dass dabei zum ersten Mal Rugby auf Lautertaler Rasen gespielt wurde, war nur einer der vielen Höhepunkte dieser Woche. In Frankreich wurde am 4. September 1982 vor dem Jarnacer Rathaus die Verschwisterungsurkunde unterzeichnet und die Gegenzeichnung erfolgte wie zwei Jahre zuvor mit Radlett auf dem Platz vor der Kirche in Reichenbach am 18.Juni 1983.
Um über die Kultur der anderen Partner zu informieren hat APEG in den Anfangsjahren zahlreiche Veranstaltungen geboten. So hatte man von 1980 bis 1994 als Relikt aus der Englischen Woche „Pub-Atmosphäre“ mit „Charly’s Pub“ im Nebenzimmer der „Traube“ geschaffen. Die Dart-Turniere erfreuten sich dabei großer Beliebtheit. Auch über andere Kulturkreise informierte APEG bei seinen berühmten Frühlingsbällen von 1982 bis 1987. Dabei wurde Ungarisches, Südamerikanisches, Italienisches, Russisches und Bretonisches sowohl in Form der Speisen als auch der Musik, Dekoration und Ausstellungen geboten.
Rund um den Englischen Tee ging es bei dem jährlichen „Five-O’Clocvk-Tea“ zum „Guy-Fawkes-Day“ (5.11.). Zwischen 1985 und 1999 wurde dabei Kulinarisches und Informatives zu dem englischen Nationalgetränk und dem „Terroristen“ bzw. „Nationalhelden“ Guy Fawkes serviert. Eine weitere APEG-Kreation ist der Apfel-Aperitif „Hornett“, der zur Europawahl 1999 geschaffen wurde. Immer wieder mit musikalischen Leckerbissen erfreute der Verschwisterungsverein. Nicht nur zu den Frühlingsbällen wurde besondere Musik geliefert, auch die Kerb in Reichenbach wurde ab 1985 zunächst mit „Jazz-Frühschoppen“ an der Traube über lange Jahre bereichert. Auch klassische Musik pflegte der kulturell engagierte Verein. Dabei war das Konzert des Bushey Symphony Orchestra auf einer schwimmenden Insel im Striethteich ein besonderer Leckerbissen. Einen weiteren Auftritt hatte das Orchester in der Reichenbacher Kirche. Dort sangen auch die „Fairfield Choral Society“ und die „Radlett Choral Society“. Letztere sang auch 1999 beim Chor- und Musikfest in Lautertalhalle. Erinnert werden kann in diesem Zusammenhang an das Platzkonzert mit der „Amersham Town Band“ auf dem Reichenbacher Marktplatz.
Ein erstes internationales Jugendcamp führte APEG 1991 im OWK-Heim in Knoden durch, dem 2001 ein weiteres in Zusammenarbeit mit dem Lautertaler Jugendrat folgte. Mit getragen hat APEG auch schon die Ferienspiele in Lautertal mit Dart- und Boule-Turnieren. Ebenso beteiligte man sich mehrfach bei Festzügen in Lautertaler Ortteilen bzw. beim Nibelungenzug mit Gästen aus England. Internationale Begegnungen auf sportlichem Sektor konnte APEG mehrfach vermitteln. So besuchte der SSV Reichenbach den „Railway Inn Football Club“ in Radlett und maß sich sportlich mit der Barnett Police Fußballmannschaft in Reichenbach. Die Jazz-Tanz-Damen des SSV Reichenbach hingegen traten beim „Tabard-Rugby-Club“ in Radlett auf. Als sehr erfolgreich darf der von APEG ins Leben gerufene Schüleraustausch mit Jarnac bezeichnet werden, der jetzt von der MPS Gadernheim in eigener Regie betrieben wird. Lautertaler Schüler reisten aber auch nach Radlett, während Jugendliche aus Radlett Praktika in Lautertal und Umgebung absolvierten. Sehr enge Beziehungen pflegen die Feuerwehren in Lautern und Jarnac sowie der TSV Gadernheim mit dem Fußballclub in Lautertals französischer Partnerstadt. Hier finden jährliche Besuche statt. Unzählig sind die privaten Kontakte, die teilweise über Jahrzehnte gepflegt werden.
Spuren der Verschwisterung findet man an vielen Stellen in Lautertal. So gibt es in Gadernheim den Jarnac-Platz, in Elmshausen den Radlett-Platz, den Europa-Platz in Reichenbach die englische Telefonzelle am Rathaus in Reichenbach und den roten Briefkasten am Felsenmeer-Informations-Zentrum. An allen Ortseinfahrten weisen Verschwisterungstafel auf die Beziehungen Lautertals zu Radlett und Jarnac hin. Im Rathaus in Reichenbach befindet sich eine Ausstellungsvitrine mit Geschenken aus den Partnerstädten und am Eingang erinnert eine auf einen Nähmaschinentisch montierte Schnitzarbeit von Walter Metter an die Verschwisterung mit Radlett und Jarnac.
Anerkennung fand die Arbeit von APEG bereits 1986 mit der Vergabe des Europa-Preises durch die Europa-Union. Dieses Ereignis war auch dem Hessischen Rundfunk ein Beitrag wert ebenso wie die Fahrradtour des APEG Schriftführers Walter Koepff nach Radlett. Mit der Europa-Union richtete Lautertal und APEG 2003 einen Europatag in der Odenwaldgemeinde aus. Zu den Europawahlen zu gehen fordert APEG jedes mal mit einem Infostand am Rathaus auf. Auch beim Friedensfest 2005 in Lautertal engagierte sich APEG. Weitere Öffentlichkeitsarbeit leistete der Verschwisterungsverein mit der Herausgabe von bisher elf Ausgaben von „APEG-AKTUELL“, die an alle Haushalte verteilt wurden.
Von den Gründungsvorstandsmitgliedern sind nach dem Ausscheiden von Eva Katz nur noch Vorsitzender Helmut Lechner und Schriftführer Walter Koepff übrig geblieben. Insgesamt ist wie bei allen Vereinen die Personaldecke sehr dünn und man sucht eifrig nach neuen Mitarbeitern. Daher ergeht die Bitte an alle Leser, sich bei APEG zu engagieren, damit die erfolgreiche Verschwisterungsarbeit fortgesetzt werden kann. In diesem Jahr feiert Lautertal das 30jährige Bestehen der Verschwisterung mit Radlett Ende September zusammen mit „Felsenmeer in Flammen“ gefeiert werden. koe

Zum Foto:
PIONIERE DER VERSCHWISTERUNG statteten 1979 dem Parish of Aldenham (Radlett) einen ersten Besuch ab. Unser Bild entstand vor der Kirche in Aldenham mit den typischen Feuersteinen. Mit dabei waren (v.l.) Heidi und Helmut Adam, Helmut und Ingrid Lechner, Doris Koepff, Josef Weitzel, Walter Koepff, Kriemhild Weitzel, Erwin und Ruth Fahlbusch, Dietrich und Irmgard Allerkamp. koe/Foto:koe
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