Breitband-Pilotprojekt der WfB: wichtiger Wirtschaftsfaktor
Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 23:34 Uhr
Wie abhängig viele Betriebe inzwischen davon sind, gut über das Internet erreichbar zu sein und selbst agieren zu können, zeigte sich bei der Gewitter-Wetterlage der letzten Wochen. Da waren plötzlich viele Mailadressen der Endung .de nicht mehr erreichbar, Telefonanschlüsse funktionierten nicht, und wie das mit schnellem Internet ist, kann hier jeder Freitag nachmittags selbst feststellen. Die GGEW AG hatte in Folge der Gewitter alle Hände voll zu tun, um die Schäden und Fehler schnell zu beheben. Auch der Sendeturm auf dem Melibokus wurde von einem Blitz getroffen. Die Sendeanlagen der GGEWnet, die von dort aus drahtlose Internetverbindungen betreibt waren so beschädigt, dass es zu Störungen in einigen WLAN-Internetverbindungen kam.
In den letzten Jahren sind in Deutschland ungewöhnlich viele und starke Gewitter niedergegangen. Oft bietet der Blitzableiter keinen ausreichenden Schutz vor Überspannungen durch Blitzein-schläge z.B. in Hochspannungs-leitungen. Über 400.000 Schäden können pro Jahr durch Überspannung infolge von etwa 1 Million Blitze verzeichnet werden.
Wer heute einen Betrieb mit Kommunikationstechnik hat, weiß die schnelle Reparaturarbeit der GGEW AG zu schätzen. Doch ein anderer Aspekt, wie sich das Wetter - oder Unwetter - auf die Arbeitsfähigkeit auswirken kann, bleibt oftmals unbeachtet: man hat Computer und andere teure Anlagen im Büro stehen, hinzu kommen im Wohnzimmer Großbildleinwand, HiFi-Anlage und einiges mehr. Viele dieser Geräte können, anstatt sie bei Nichtbenutzung im stromfressenden Standby-Modus zu belassen, einfach ausgeschaltet werden. Mit Arbeitsgeräten ist das nicht so einfach. Schlägt der Blitz dann ein, sind die Folge oftmals viele Tage in denen nicht gearbeitet werden kann. Hier sollte geprüft werden, ob wenigstens die Hausratversicherung wirklich alle Bereiche abdeckt. Mit nur etwa 20 Euro pro Jahr können Überspannungsschäden für Geräte bis zu 60.000 Euro abgedeckt werden. Eine kurze Anfrage beim Versicherungsbüro kann zumindest diesen Schaden abwenden.
Der Ausbau von Breitband-Internet für Lautertal hat bereits begonnen:
derzeit spürbar an der Wanderbaustelle auf der B 47 zwischen Bensheim und Schönberg, wo die GGEW AG moderne Glasfaserkabel in vorhandene Rohre, z.T. stillgelegte Gasrohre, verlegt. „Schönberg, Wilmshausen und die Odenwaldgemeinde Lautertal sollen Anschluss an eine Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn aus Glasfaser bekommen. Damit sollen dort Privatkunden, Selbstständige und Betriebe künftig von einem schnellen und modernen Datennetz profitieren können,“ so die GGEW AG. Die neuen Glasfaserkabel dienen gleichzeitig als Datenleitungen und zum Fernsteuern von Netzstationen. Diese Arbeiten sind ein wichtiger Schritt dahin, schnelles kabelgestütztes Internetangebot der GGEW net GmbH bald auch in Bensheim-Schönberg, Wilmshausen und Lautertal verfügbar zu machen. Die entstehenden Baugruben werden zudem genutzt, um einzelne Wasserhausanschlüsse zu überarbeiten. Bis zum 2. Juli sind die Bauarbeiten voraussichtlich beendet.
Die Wirtschaftsförderung Bergstraße hat ein Pilotprojekt Lautertal mit 16 MB Leistung begonnen. Dies sei jedoch im ländlichen Raum sehr schwierig, da auf die Betreiber - vergleichbar mit dem Aufwand für das Wasserleitungsnetz in Flächengemein-den oder in Städten - große Investitionskosten bei vergleichsweise wenigen Abnehmern zukommen. Breitbandberater Klaus Rosenberger kritisierte, daß die Telekom beispielsweise noch nicht einmal geantwortet habe. Geplant ist bei dem Pilotprojekt, die Kabel bis zu den Schaltkästen der Telekom zu führen, von wo aus die Häuser in bis zu 300 Meter Entfernung erreicht werden können (Sogenannte fiber-to-the-curb Lösung).
Mit dem für 2011-2013 geplanten Ausbau der B 47 werden dann Rohre für Glasfaserkabel eingebaut, wo keine vorhandenen Rohre verwendet werden können.
Nicht ganz so optimal wie Breitband über Glasfaser ist der UMTS-Anschluß, bei dem die Verbindung ins Netz über Funk hergestellt wird. Andreas Deppert von DT Computerservice führte dazu in den letzten Wochen im Lautertal umfangreiche Messungen durch. „Zum Teil konnten wir erstaunlich gute Sig-nalwerte messen. Allerdings mußten wir auch feststellen, daß sich keine definitive Aussage fällen läßt, wo überall UMTS verfügbar ist und wo nicht. Das Problem liegt in der Empfindlichkeit des Signals. So haben wir z.B. in einem und dem selben Straßenzug vom Edge Signal (3 fache ISDN Geschwindigkeit 384Kbits/s) bis zu HSDPA Signal (7000Kbits/s) alles messen können. Für den Endbenutzer bedeutet dies, daß eine Messung vor Ort erfolgen muß, um eine eindeutige Aussage über die Signalstärke fällen zu können. Allgemein läßt sich sagen, daß in großen Teilen von Wilmshausen, Elmshausen und Reichenbach sehr gute Signalstärken vorhanden sind. Lediglich in Beedenkirchen und Lautern kann nur ein Edge Signal gemessen werden, wobei es auch hier unterschiede zwischen einem guten und schlechten Signal gibt.“ (mh)